Populäre Musikproduktion unter dem Label AMIGA, 1947-1961

Die Kapelle Heinz Kretzschmar in Dresden 1947 oder 1948.
Die Kapelle Heinz Kretzschmar, eines der ersten Dresdner Ensembles, die bei Lied der Zeit Tanzmusik und Jazz produzierten, hier auf einem Werbefoto aus dem Jahr 1947 oder 1948 (Koch, Archiv für Populäre Musik im Osten)

In der DDR existierte in den Anfangsjahren neben dem staatlichen Rundfunk nur ein weiterer Produzent Populärer Musik: Die Firma Lied der Zeit, welche 1953 verstaatlicht und 1954 in VEB Deutsche Schallplatten umbenannt wurde. Die Musikproduktionen wurden vor allem auf Schellack (ab 1956 zum Teil auf Vinyl) gepresst und als Singles (mit zwei Songs) oder EPs (mit vier Songs) veröffentlicht. Langspielplatten mit populären Genres erschienen erst ab 1961.

Durch dieses Monopol der staatlichen Musikproduktion schien der kulturpolitische Einfluss der Partei SED auf die produzierte »Tanz- und Unterhaltungsmusik« gesichert. Doch war dem wirklich so? Handelt es sich bei diesem Repertoire ausschließlich um Exemplare eines »sozialistisch-nationalen« Genres? Oder war nicht der Einfluss des westlichen Musikmarktes größer als gewollt? Musste sich also die staatliche Musikproduktion ebenso wie der Rundfunk auch westlichen Verlagsprodukten öffnen, wollte sie die Bürger der DDR nicht an Rundfunksender aus der BRD, Luxemburg und den USA verlieren? Der hier veröffentlichte Text gibt erste Antworten auf diese Fragen.

Das Tanzorchester Astoria aus Neugersdorf

Das Tanzorchester Astoria aus Neugersdorf, 1959 während einer Konzertreise in Wien.
Das Tanzorchester Astoria (Neugersdorf), 1959 während einer Konzertreise in Wien.
(Foto: Richard Peter jun.)

Das Tanzorchester Astoria wurde 1955 im sächsischen Neugersdorf gegründet. Die Bigband bestand anfangs aus 14 Musikern: der Rhythmusgruppe, fünf Saxofonen (darunter ein Baritonsaxofon), drei Posaunen und drei Trompeten. Kapellenleiter war bis 1965 der Pianist Wolfgang Erhard Israel (1925-1985).

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Tanzlokale in Dresden, 1945 – 1959

Dresdner Tanzlokale von 1945 bis 1961 (openstreetmap, Simon Bretschneider)
Dresdner Tanzlokale von 1945 bis 1961 (openstreetmap, Simon Bretschneider)

Tanzlokale sind die Orte und Hotspots, an denen sich die Jugend traf und trifft, um sehen und gesehen zu werden. Und natürlich zu tanzen! Damals zu einer Musikkapelle oder Jukebox, heute meist zu einem DJ. Hier finden Sie eine vorläufige Auflistung aller Tanzlokale der Nachkriegszeit in Dresden.

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Tanzkapellen in Dresden, 1945 – 1959

Das Theo-Schumann-Quartett um 1960 (Fotograf unbekannt), Tanzkapellen in Dresden
Das Theo-Schumann-Quartett um 1960 (Fotograf unbekannt)

In der unten stehenden Tabelle finden Sie eine (vorläufige) Auflistung aller im Dresdner Stadtgebiet regelmäßig spielenden Tanzkapellen, für den Zeitraum von 1945 bis 1959. Es handelte sich bis zum jetzigen Kenntnisstand um 135 größere und kleinere Ensembles, die zum Großteil auch aus Dresden stammten.

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